
Das KPMG-Gebäude an der Avenue John F. Kennedy gehört zu den auffälligsten Bauwerken auf dem Luxemburger Kirchberg. Valentiny HVP Architects entwarfen einen klar geschnittenen Bürokomplex, dessen äußere Konstruktion sofort ins Auge fällt: Große X-Elemente aus Cortenstahl umschließen den gesamten Bau.
Das Gebäude wurde 2014 fertiggestellt und 2015 als neuer Hauptsitz von KPMG Luxembourg eröffnet. Seine Adresse liegt mitten im Finanz- und Geschäftsviertel Kirchberg. Trotz der vielen großformatigen Verwaltungs- und Bürogebäude in der Umgebung bleibt dieser Bau unverwechselbar.
Eine Fassade, die das Gebäude trägt
Die X-förmigen Elemente sind keine nachträglich angebrachte Verkleidung. Sie bilden die tragende äußere Struktur des Gebäudes. Das wiederkehrende Muster verteilt die Kräfte über die gesamte Fassade und gibt dem kompakten Baukörper seine charakteristische Ansicht.
Je nach Entfernung verändert sich die Wirkung. Aus größerem Abstand erscheint die Fassade wie ein geschlossenes Netz. Beim Näherkommen werden einzelne Bauteile, Verbindungen und die dahinterliegenden Fenster sichtbar. Durch die Größe der X-Elemente bleibt das Muster auch über die breite Avenue John F. Kennedy hinweg gut erkennbar.

Cortenstahl vor einer gläsernen Gebäudehülle
Etwa 50 Zentimeter hinter der tragenden Stahlkonstruktion liegt eine Glasfassade mit dreifacher Verglasung. Der Abstand zwischen beiden Ebenen gibt der Außenhaut eine ungewöhnliche Tiefe. Stahl, Fenster und die horizontalen Geschosslinien sind deutlich voneinander getrennt, bleiben optisch aber eng verbunden.
Der Cortenstahl bildet durch seine natürliche Bewitterung eine rotbraune Oberfläche. Im direkten Sonnenlicht treten vor allem die Kanten und Rundungen der Konstruktion hervor. In den zurückliegenden Bereichen bleiben Glas und Innenräume dagegen ruhiger. So verändert sich die Fassade mit Tageszeit, Licht und Standort des Betrachters.
Das X-Raster aus der Nähe
In der Nahansicht wird erkennbar, wie stark die Fassade aus der Gebäudeflucht hervortritt. Die breiten Stahlprofile kreuzen sich vor Fenstern und Geschossdecken. Zwischen den kräftigen X-Elementen bleiben schmale Ausschnitte auf die gläserne Ebene dahinter.
Gerade diese Ausschnitte lassen die Fassade weniger massiv wirken, als es der rostfarbene Stahl zunächst vermuten lässt. Je nach Blickwinkel überlagern sich mehrere Ebenen. Das regelmäßige Grundmuster bleibt bestehen, während sich die sichtbaren Zwischenräume laufend verändern.

Architekturfotografie auf dem Kirchberg
Für die fotografische Serie habe ich das Gebäude aus unterschiedlichen Entfernungen aufgenommen. Die Gesamtansichten zeigen den Baukörper und seine Lage an der Avenue John F. Kennedy. Engere Ausschnitte konzentrieren sich auf das X-Muster, die Tiefe der Konstruktion und den Wechsel zwischen Cortenstahl und Glas.
Das warme Abendlicht hebt die rotbraune Oberfläche des Stahls hervor, ohne die natürlichen Farben zu verändern. Gleichzeitig bleiben die Fenster und die umliegende Architektur sichtbar. So zeigt die Serie sowohl die Wirkung des Gebäudes im Stadtbild als auch den konstruktiven Aufbau seiner Fassade.
Das KPMG-Gebäude zeigt, wie eng Tragwerk und Gestaltung miteinander verbunden sein können. Seine äußere Struktur erklärt den Aufbau des Hauses und gibt ihm zugleich eine klare, weithin erkennbare Form. Besonders aus der Nähe wird sichtbar, dass die Wirkung nicht von einem einzelnen Detail ausgeht, sondern von der konsequenten Wiederholung der X-Elemente.
Damit besitzt das Gebäude eine eigenständige Architektur, die sich von den benachbarten Glas- und Bürobauten auf dem Kirchberg deutlich unterscheidet.